B-Jugendteam spielt erfolgreiches Turnier

geschrieben von

Trainer Ralf Lederer

 

Anlässlich des Länderpokals, zu welchem der Roll- und Inlineverband Sachsen am ersten Novemberwochenende nach Chemnitz eingeladen hatte, gelang dem U14-Team erneut der Beweis, dass man zu den Top-Mannschaften in dieser Altersklasse zählt. Neben einem zweiten sächsischen Team, dem RHC Aufbau Böhlitz-Ehrenberg, waren mit den Landesauswahlen aus Hessen und Nordrhein-Westfalen zwei weitere Teams am Start. In einer Doppelrunde wollten alle ihr Können unter Beweis stellen, wobei den Jungs aus NRW die Rolle des Turnierfavoriten zukam.
Im ersten Spiel gegen unsere Nachbarn aus Böhlitz, welche leider nicht in ihrer stärksten Besetzung anreisen konnten, gelang ein sicherer 14:0-Sieg. Fast alle Spieler konnten sich als Torschützen in Szene setzen und auch das Zusammenspiel im Team ließen den Trainer optimistisch auf die nächste Partie schauen.

Hier trafen wir ebenfalls wieder auf gute Bekannte, stellten doch die Jungs aus Darmstadt gemeinsam mit Fräulein Lotte die Hessenauswahl. Unter Führung von Auswahltrainer Heiner Bender sollte nun endlich wieder ein Sieg gegen uns her. Doch es waren die Jungs um unseren Kapitän David Richter, welche das Zepter in die Hand nahmen, sich auch nach dem kurzzeitigen 1:1-Gleichstand nicht aus dem Konzept bringen ließen und einen 4:1 Halbzeitstand zu einen ungefährdeten 6:2-Sieg ausbauten.
Mit diesen beiden Siegen sollte in unserem dritten Spiel des Tages das nötige Selbstvertrauen groß genug sein, um den Favoriten aus NRW die Stirn zu bieten. Aber leider dauerte es zu lang, um den notwendigen Gang hoch zu schalten. Zu oft lief man hinterher und es fehlte an der entscheidenden Reaktionsgeschwindigkeit oder dem stärkeren Einsatz im Kampf um den Ball. So blieb das nötige Engagement aus, als ein von Jan abgewehrter Schlagschuss nach vorn prallte und der Gegner mit schnellem Nachsetzen das 1:0 erzielte. Erst danach konnte man selber mehr Spielanteile für sich verbuchen, wobei das Auswahlteam weitere Torchancen hatte, die jedoch von Jan und einer besser funktionierenden Abwehr vereitelt wurden. Aber auch uns gelang es nicht, den Ausgleich zu erzielen. Unseren Angriffen fehlte es an Unterstützung durch die Rückraumspieler. Aus Furcht vor den schnellen Angriffen des Gegners rückten die Verteidiger zu zögerlich mit nach vorn bzw. blieben an der Mittellinie hängen. Dementsprechend fiel die Rede des Trainers in der Halbzeitpause aus. Mehr Mut und Biss wollte er sehen. An der Ehre gepackt, steigerte sich das Team und so gelang eine spielerisch fast ausgeglichene zweite Halbzeit. Nur Tore wollten einfach nicht fallen. Dies konnte der Gegner besser und entschied die Partie mit 3:0 für sich. Schade, denn wenn auch der Sieg für die Auswahl in Ordnung ging, spiegelt die Null im Ergebnis nicht unsere Torchancen bzw. Spielanteile wider.

Am zweiten Tag ging es gleich gegen die Hessen ran. Dem Gegner, der von Anfang an Gas gab wie die Feuerwehr, gelang schon nach kurzer Zeit 1:0. Nun endlich aufgewacht, bemühte sich unser Team. Doch der aus dem Rückstand resultierende Druck ließ mehr Kampf und Krampf statt Spielkultur entstehen. Und obwohl Lennart kurz vor der Pause noch der Ausgleich gelang, kam man auch in der zweiten Halbzeit nicht wirklich ins Spiel, wenngleich die Anteile daran auch größer wurden. Schließlich gelang es Matze, einen durch Lennart seitlich vom Tor hoch herein gespielten Ball aus der Luft über den Torer hinweg zur 2:1-Führung in die Maschen zu drücken. In den letzten Minuten warfen die Hessen nochmals alles in die Waagschale und kamen zu mehreren Torchancen. Doch mit Kampf und viel Glück wurde der Sieg gerettet. Diese Schlitterpartie galt es mit Blick auf das Endspiel gegen die NRW-Auswahl schnell zu vergessen.
Bevor es dazu kam, hieß der Gegner im anschließenden Doppelspiel wieder Böhlitz-Ehrenberg. Um Kräfte zu schonen, wechselte der Stammvierer reihum und übernahm die Verteidigung. Der Angriff war die Aufgabe von Leonel und Fabian, wobei jeder viermal als Torschütze gefeiert wurde. Den Böhlitzern war schon das Fehlen von Oliver anzumerken. Zuviel lastete auf Tims, Justins und Samanthas Schultern. Und obwohl auch Tim mit vielen guten Paraden im Tor alles gab, ging für sie das Spiel 0:13 gegen uns verloren.

Nach einer kurzen Pause kam es in unserem letzten Turnierspiel darauf an, sich gegen das NRW-Team gut zu motivieren, um an die Leistungen vom Vortag anzuknüpfen, was dem Team auch sehr gut gelang. Mit dem vom Trainer geforderten Glauben an das eigene Können, fanden die Jungs das Selbstvertrauen, der favorisierten Auswahl im offenen Schlagabtausch alles abzuverlangen. Auch nach dem Führungstor des Gegners in der 2. Minute zeigte man sich mannschaftlich stark und geschlossen und glich eine Minute später durch Matze aus. Spätesten ab diesem Zeitpunkt wussten die Jungs, dass sie spielerisch auf gleichem Niveau lagen. Trotz des erneuten Rückstandes in der 4.Minute, behielten sie ihre beherzte, offensive Taktik bei und das Publikum bekam im Verlauf des Spieles viele gute Szenen auf beiden Seiten zu sehen. In der 10. Minute schoss Matze dann den 2:2-Ausgleich, mit dem es nach weiteren Tormöglichkeiten in die Pause ging. Oftmals der Moment, in dem der Trainer mehr Spielqualität und Kampfbereitschaft einfordert, blieben ihm nur die Worte: Jungs, weiter so. Und so war das Spiel auch in Halbzeit Zwei eine offene Partie. Unter den Augen von Jugendauswahltrainer Hans-Werner Meier, konnten die Jungs weitere Akzente setzen und in der 17. Minute durch Lennart gar in Führung gehen. Doch die Freude darüber dauerte einen Augenblick zu lang. Mit der Cleverness aus vielen Ligaspielen konterte der Gegner unmittelbar vom Anspielpunkt zum 3:3 zurück. Aber auch nach diesem emotionalen Tiefschlag hielt die Moral des Teams, das sich noch weitere Torchancen erspielte. In dem immer noch von beiden Seiten voll offensiv geführten Match, kam das bittere Ende in der letzten Spielminute. Sekunden vor Schluss mussten die Jungs das 3:4 hinnehmen. Sehr schade, waren sie doch einem großen Erfolg ganz nahe. Ein Unentschieden wäre dem Spielverlauf gerechter gewesen. Doch mit dem Wissen um ihre starke Leistung und den anerkennenden Worten des Trainers, konnte sich das Team schnell trösten. Auch die Tatsache, dass Auswahltrainer Alfredo seine erste Reihe durchspielen ließ, um gegen uns erfolgreich zu sein, war Balsam für die Seele.
So fiel es bei der Siegerehrung auch nicht ganz so schwer, den Pokal für den Zweitplatzierten in Empfang zu nehmen. Mit gestärktem Selbstvertrauen und schönen Emotionen, ging für unser Team ein packendes Turnier zu Ende. Und dass Sport verbindet, bewiesen die Mannschaften, als sie sich im Stil der Großen im Kreis aufstellten, um Arm in Arm dem Sieger in Rollhockeymanier zu gratulieren.

 

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