Gastgeber müssen Pokal abgeben

Freie Presse vom 17.Mai 2010
Cronenberg gewinnt 16. Internationales Turnier - RSC Chemnitz verärgert über fehlende Trainingszeiten in der Halle
Chemnitz (fp). Immer wieder schauen die Verantwortlichen vom Roll- und Schlittschuh-Club (RSC) Chemnitz zum Himmel. Der Wettergott meint es beim 16. Internationalen Rollhockeyturnier um den
Steffen-Nicolai-Pokal im Eissportkomplex am Küchwald nicht gerade gut mit ihnen.
Ob am Freitag oder Samstag - der Regen ist ein ständiger Begleiter. „Dennoch sind wir froh, dass wir das Turnier ohne größere Zeitverschiebungen über die Runden gebracht haben", atmet Mario Köhler,
Vorsitzender des RSC Chemnitz, auf. Gerade wird die Partie der Gastgeber gegen die Alten Herren vom ERV Schweinfurt abgepfiffen. Der RSC gewinnt mit 7:2. Auch gegen Bison Calenberg fahren die
Chemnitzer einen klaren 8:1-Sieg ein. Doch am Ende reicht es beim Turnier nur zu Platz zwei. Sieger wird der RSC Cronenberg II. Zu den besten Torschützen beim RSC gehört Toni Uhlig. Er erzielte vier
Treffer. „In diesem Jahr ist es nicht ganz so optimal gelaufen. Eigentlich wollten wir den Pokal verteidigen", sagt der 19-Jährige. Im Winterhalbjahr gehört Uhlig zum Team der Wild Boys, die in der
Eishockey-Regionalliga spielen. „Obwohl ich in den vergangenen Jahren eher Rollhockey mehr gemocht habe, spiele ich jetzt lieber Eishockey", gibt er zu.
Das Turnier wurde erstmals unter dem neuen Vereinsnamen RSC Chemnitz ausgetragen. Dieser ist aus der Abteilung Rollhockey des ERV Chemnitz hervorgegangen. „Es hat einfach nicht mehr gepasst,
Eishockey und Rollhockey unter einem Hut zu bringen. Wir sind über zwei Jahre als Abteilung nur mitgelaufen", begründet der RSC-Vorsitzende. Man wollte einen eigenen Verein, in dem das Rollhockey im
Vordergrund steht. „Beide Abteilungen sind aber nicht im Bösen auseinandergegangen. Deshalb wollen wir auch die Verbindung zum Eissport erhalten. Das ermöglicht unseren Aktiven eine ganzjährige
sportliche Betätigung", betont Köhler. Für einen ermäßigten Beitragssatz könne man im Sommerhalbjahr Rollhockey und im Winter Eishockey spielen.
Der Chemnitzer Rollhockeysport hat bundesweit einen guten Namen. „Wir sind seit Jahren Landes- und Talentestützpunkt und können auch einige Erfolge aufweisen. So wurden unsere C- und D-Jugend
deutscher Meister", nennt der Vereinsvorsitzende nur zwei Beispiele. Auch in diesem Jahr werde die D-Jugend wieder um den Titel mitspielen. Und auch die B-Jugend habe Chancen, eine Medaille zu
gewinnen. Ebenfalls erfolgreich sind die Männer, die in der 2. Bundesliga um Punkte kämpfen. Momentan liegen sie an der Tabellenspitze.
Trotz dieser Erfolge hat der RSC einige Sorgen. Das betrifft das Training in der Halle. „Hier gibt es aufgrund der akuten Sportstättensituation für die Rollhockeyspieler ein Riesenproblem", zeigt
sich Köhler verärgert. Ferner gebe es in der Stadt nur drei Hallen, in denen Rollhockey gespielt werden dürfe. Deshalb werde es auch im kommenden Winterhalbjahr wieder schwierig sein, eine Halle zu
bekommen. „Wir hatten zwar schon einmal in einer privaten Halle im Freizeitzentrum Adelsberg trainiert. Aber das ist nicht gerade billig", so Köhler.